Polizeichef entlastet Rote Flora
Heftige Ausschreitungen in der Schanze. Foto: Lukas Schepers

Lange wurde vermutet, dass die Gewalt an G20 von der Roten Flora ausging. Jetzt nimmt Hamburgs Polizeichef Ralf Martin Meyer das linke Zentrum in Schutz: Die Ursache für gewalttätige Ausschreitungen sei ein „internationaler Mob“.

Nachdem zeitweise über eine Schließung der Roten Flora diskutiert wurde, entlastet Polizeipräsident Ralf Martin Meyer nun das linksautonome Kulturzentrum. Die Flora habe nach Einschätzung Meyers keine aktive Rolle gespielt.

Politiker wie Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Hamburgs CDU-Fraktionschef André Trepoll (CDU) hatten den Betreibern der Roten Flora eine Mitschuld an der Eskalation der Gewalt gegeben. Dagegen hatte Innensenator Andy Grote (SPD) die ‘Rotfloristen’ in Schutz genommen.

Nun sieht die Polizei vielmehr einen “internationalen Mob” hinter den Ausschreitungen und Plünderungen im Schanzenviertel. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das aktiv von der Flora ausging. Ich denke, es ist ihnen aus dem Ruder gelaufen“, sagte Meyer im aktuellen “Spiegel”.

Wie bei der Demonstration „Welcome to hell“ habe es im Schanzenviertel eine Gruppe gegeben, die unkontrollierbar agiert habe, sagte Meyer. „Sie war nicht steuerbar, nicht von den selbst ernannten Sprechern der Roten Flora, nicht vom Viertel.“

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Lukas Schepers, Jahrgang 1992, arbeitet als freier Journalist unter anderem für das Stadtmagazin Szene Hamburg. Außerdem ist er Mitherausgeber des Literaturmagazins Nous, für das er Lyrik und Prosa schreibt und illustriert. Nach dem Journalismus- und PR-Studium an der Westfälischen Hochschule in seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen zog es ihn zusammen mit seinem Hund, der einem Fuchs zum Verwechseln ähnlich sieht, nach Hamburg. Es folgten Praktika und eine Dramaturgie-Hospitanz am Thalia Theater. Wenn Lukas nicht gerade Schallplatten hört, rollt er auch gerne mal mit dem Skateboard durch seine neue Heimat.