Museen in Hamburg: Mordwaffen, Glutamat und Safran: In Hamburger Museen gibt es mehr als nur Gemälde zu sehen. Foto: Shahrzad Rahbari
Mordwaffen, Glutamat und Safran: In Hamburger Museen gibt es mehr als nur Gemälde zu sehen. Foto: Shahrzad Rahbari

Es müssen nicht immer Statuen und Gemälde sein. Auch Mordwaffen, Pfefferkörner und Geschmacksverstärker können ganze Ausstellungen füllen. FINK.HAMBURG stellt euch drei skurrile Museen in Hamburg vor.

Bild an Bild an Bild das stellen sich wohl die meisten so vor, wenn sie an ein Museum  denken. Aber da geht noch mehr. Neben den bekannten Museen, Galerien und Ausstellungen finden sich in Hamburg etliche kleine Museen zu Nischenthemen. Darunter das Deutsche Zusatzstoffmuseum am Großmarkt, das Gewürzmuseum in der Speicherstadt und das Polizeimuseum in Winterhude. FINK.HAMBURG stellt euch Museen vor, in denen Bilder keine Hauptrolle spielen.

Ein Museum für die Nase

Schon einmal von Schokolade mit Curry-Geschmack oder gewürztem Fruchtsaft gehört, besser bekannt als Glühwein? Wer ausgefallene Gewürz-Kombinationen entdecken möchte, kann das im „Spicy’s Gewürzmuseum“ in der Speicherstadt. Hier werden auf 350 Quadratmetern viele verschiedene Gewürze ausgestellt, die weite Wege hinter sich haben. Ihr wolltet schon immer mal wissen, wie die Safran-Blume verarbeitet wird? Oder aus welchem Land die Vanille kommt? Auch darauf gibt es Antworten.

Auch Skurrilitäten finden sich: Teile eines Kiefers etwa oder tote Reptilien. Sie sind aus Versehen in den Gewürzsäcken gelandet. Im Museum werden solche Funde gesammelt und das bis heute.

Museen in Hamburg: In Gewürzsäcken sind nicht immer nur Gewürze: Diese Fundstücke stammen aus ganz unterschiedlichen Ländern. Foto: Shahrzad Rahbari
In Gewürzsäcken sind nicht immer nur Gewürze: Diese Fundstücke stammen aus ganz unterschiedlichen Ländern. Foto: Shahrzad Rahbari

Spicy’s Gewürzmuseum, Am Sandtorkai 34, hat täglich von 10 – 17 Uhr geöffnet.

Einmal selbst Polizist sein

Ihr wolltet schon immer mal in den Alltag eines Polizisten reinschnuppern? Oder in einem Mordfall ermitteln? Im Polizeimuseum in Winterhude dürft ihr auch in einen Notruf reinhören, in einem Simulator einen Streifenwagen fahren und sogar einen Helikopter lenken.

Bei einer Ausstellung über verschiedene Kriminaltechniken können Besucher interaktiv einen Blick hinter die Kulissen der Polizeiarbeit werfen, Spurensicherung inklusive. Weiter oben im Dachgeschoss befinden sich in einem dunkel gehaltenen Raum die acht spektakulärsten Kriminalfälle Hamburgs. Spannender wird alles durch die Original-Exponate und -Aufnahmen.

Museen in Hamburg
Die Säge des Frauenmörders Fritz Honka, der 1976 verurteilt wurde. Foto: Shahrzad Rahbari

Das Polizeimuseum, Carl-Cohn-Straße 39, hat dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 11-17 Uhr geöffnet.

Was steckt in unserem Essen?

Welcher Farbstoff macht die Margarine gelb? Und warum sollte man sich nicht direkt nach dem Gummibärchenessen die Zähne putzen? Im Deutschen Zusatzstoffmuseum werden diese und andere Fragen rund um Zusätze, Aromen und Geschmacksverstärker spielerisch und interkativ beantwortet. Am Hamburger Großmarkt unweit des Hafens befindet sich das kleine Museum. Es wirbt mit dem Slogan „Zusatzstoffe gehören ins Museum. Nicht ins Essen“.

Im hauseigenen Supermarkt können Lebensmittel selbst gescannt und auf Zusatzstoffe überprüft werden. Auch über die Geschichte von Lebensmitteln und Risiken von Zusatzstoffen informiert das Museum. Dabei wird das Anliegen der Betreiber schnell klar: Die Menschen sollen wissen, was in ihrem Essen steckt.

Ein skurilles Museum: Das Deutsche Zusatzstoffmuseum ist eins der Museen in Hamburg
Im museumseigenen Supermarkt können Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe überprüft werden. Foto: Deutsches Zusatzstoffmuseum

Das Deutsche Museum für Zusatzstoffe, Großmarkt, hat mittwochs bis sonntags geöffnet.

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Als Fitnesstrainerin spornt Thoya Maria Urbach, Jahrgang 1994, mehrmals in der Woche bis zu 30 Leute zu Höchstleistungen an. Studiert hat sie Kulturwissenschaften in Lüneburg und Barcelona und dabei das Schreiben für sich entdeckt. Bei der „Brigitte“ hospitierte sie in der Onlineredaktion. Während eines Praktikums in der Unternehmenskommunikation bei Deutschlands größter Containerreederei faszinierte sie die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt. Die Hamburgerin schippert in ihrer Freizeit gerne mit der Fähre über die Elbe, ist aber auch in anderen Städten unterwegs – etwa in St. Petersburg. Denn etwas Russisch kann sie auch. Kürzel: tmu
Shahrzad Rahbari, Jahrgang 1994, vermisst seit ihrem ersten Tag in Hamburg Spätzle. Sie hat Dolmetschen und Übersetzen in Germersheim studiert, in der Nähe von Karlsruhe. Shahrzad spricht sechs Sprachen fließend – neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch auch Arabisch und Farsi. Für eine Reportage reiste sie durch das Heimatland ihrer Eltern, den historischen Iran, und porträtierte Einwohner und Orte. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte Shahrzad in ihrer Zeit bei dem HipHop-Magazin Rapspot, für das sie Album-Rezensionen schrieb und Rapper wie Talib Kweli und Tua interviewte. Auch in ihrer Freizeit hört sie am liebsten Rap. Ihr Traum: mit Kendrick Lamar die Straßen von Compton, einem Vorort von L.A., unsicher zu machen. Kürzel: sha