Vor dem Hamburger Rathaus haben am Donnerstagmittag rund 50 Beschäftigte aus Hotels und Gastronomie für mehr Finanzhilfen während der Corona-Pandemie demonstriert. Sie übergaben dem Senat symbolisch rund 600 Löffel.

Bei einer Kundgebung auf dem Rathausmarkt hat die Gastronomie- und Hotelbranche am Donnerstagmittag auf ihre prekäre Situation in der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Unter dem Motto „Wir müssen unseren Löffel abgeben“ reichten die Gewerkschaftsvertreter*innen rund 600 Löffel an den Senat weiter.

Aufgerufen zur Kundgebung hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Hamburg-Elmshorn: Mit Beschäftigten aus Hotels und Gastronomie forderten sie eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes.

Gastronomie während Corona: „Das sind ganz düstere Perspektiven“

„Viele Beschäftigte sind finanziell am Ende. Das Kurzarbeitergeld reicht hinten und vorne nicht“, erklärte die Geschäftsführerin der NGG Hamburg-Elmshorn, Silke Kettner. Die Situation werde durch weggebrochene Minijobs und fehlendes Trinkgeld verschärft. „Viele haben bereits Schulden aufgebaut und es ist abzusehen, dass Hotels und Gaststätten auch in den kommenden Wochen geschlossen bleiben. Das sind ganz düstere Perspektiven.“

In den zwei Wochen vor der Kundgebung hatten Beschäftigte aus dem Gastro- und Hotelbereich der Gewerkschaft rund 600 Löffel, sowie zahlreiche Forderungen an die Politik geschickt. Im Rahmen der Kundgebung wurden auch diese Forderungen und Kommentare der betroffenen Branche auf dem Rathausmarkt präsentiert.

„Alles was wir wollen ist ein Lohn, von dem wir leben können“

Zu lesen waren dort unter anderem Forderungen nach der sofortigen Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 100 Prozent. Die Forderungen sprachen außerdem von einer „Ausbeutung“, die von Seiten der Politik verhindert werden könne.

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Foto: Lorenz Jerič

FINK.HAMBURG gegenüber erklärten die Teilnehmer*innen der Kundgebung, dass die meisten Beschäftigten bereits seit März in Kurzarbeit sind und die finanziellen Einbußen nicht bewältigen können:

„Gastro-Beschäftigte brauchen mehr Corona-Hilfen, damit sie nicht völlig verarmt und überschuldet aus dieser Situation hier rausgehen. Wir brauchen hier die Maßnahmen des Senats und der Senat sollte sich bundesweit einsetzen, damit es für alle mehr Hilfe gibt.“

In einem weiteren Statement hieß es, die Gastronomie sei immer so zur Stelle, wie der Arbeitgeber es verlange: „Alles, was wir wollen, ist ein Lohn oder Kurzarbeitergeld, von dem wir Leben können.“

FINK.HAMBURG war für Euch bei der Kundgebung vor Ort und hat mit Betroffenen aus der Hotel- und Gastrobranche über ihre Forderungen gesprochen. Das Video dazu findet ihr auf unserem Instagram-Account.

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Titelfoto: Lorenz Jerič

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