Nach 32 Jahren schließt Pappnase & Co. in der Grindelallee. Mit dem Kultladen für Artistik, Theater, Spiel und Geschenkartikel verliert das Grindelviertel ein weiteres Fachgeschäft.

Nach Spinnrad und Andere Welten muss nun ein weiterer Kultladen im Grindelviertel schließen: Die Umsätze von Pappnase & Co. an der Ecke Grindelhof/Grindelallee würden nicht reichen, heißt es im „Abendblatt“. Es gebe keine Chance gegen die Online-Konkurrenz, immer mehr Kund*innen würden im Internet kaufen.

Ein schwieriges Jahr für Pappnase

Seit 32 Jahren begeistert Pappnase kleine und große Fans: Neben Kinderspielzeug, Scherzartikeln und Jonglierzubehör ist der Kultladen bekannt für Comics gewesen. Anfang 2020 zog der über Jahrzehnte feste Untermieter Comics Total aus – nur einige Häuser weiter. Und dann kamen Corona und der erste Lockdown. Im Juni lief dann auch noch der Mietvertrag aus, der Laden schloss für einen Monat. Inhaber Claus Dubberke kämpfte im August noch einmal: Der Mietvertrag wurde laut „Abendblatt“ bis Ende Dezember verlängert, es gab eine Chance auf weitere zwei Jahre.

Und dann kam der zweite Lockdown. Spätestens im Oktober sei klar gewesen: Die Umsätze reichen nicht. Auch der geplante Räumungsverkauf bis Ende des Jahres ist aufgrund des harten Lockdowns ab dem heutigen Mittwoch nicht mehr möglich.

„Kinderaugen leuchteten bei Quietschgeräten und Vogelspinnen“

Inhaber Claus Dubberke eröffnete 1983 den ersten Pappnase-Laden mit vier Mitgründern zusammen in Altona. „Das einzigartige Ladenkonzept entstand, als fünf Pädagogikstudenten in Hamburg vergeblich nach Requisiten für ihre Theater und Zirkusprojekte suchten“, schreiben die „Eimsbütteler Nachrichten“. Über die Jahre kamen weitere Filialen in Frankfurt, München und Stuttgart hinzu. 1988 zog der Laden an die Grindelallee, jetzt muss er schließen. Der Onlineshop soll aber bestehen bleiben, ebenso das Stuttgarter Geschäft, die weiteren Filialen sind bereits geschlossen.

Gegenüber FINK.HAMBURG bedauert auch der ehemalige Teilhaber Rolf Claussen die Schließung: „Das Aussterben der Fachgeschäfte ist schade, es bleiben nur die Ketten übrig.“ Dabei gehe Vielfalt verloren, das Stöbern verlagere sich wie so vieles ins Internet. Claussen hat es geliebt, in der Weihnachtszeit bei Pappnase zu stehen und zu verkaufen: „Kinderaugen leuchteten bei Quietschgeräten und Vogelspinnen. Alte Damen kauften für ihre Enkel Einräder ein. Das sind schöne Erinnerungen. In den 70er Jahren waren Seifenblasen, Kaleidoskope und Kreisel out, wir haben das wiedergebracht.“

mfa

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