Die Inzidenzzahlen sinken, die Studierenden werden nach drei Semestern Online-Lehre ungeduldig: Wann geht es wieder auf den Campus? Laut Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank ist eine Rückkehr zur Präsenzlehre ab Oktober realistisch.

Kurz gab es einen Funken Hoffnung: „Schon jetzt sind Veranstaltungen und Präsenzlehre im Freien mit bis zu 100 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Personen zulässig“, schreibt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank in einem aktuellen Gastbeitrag für einen journalistischen Blog. Trotzdem wird ein Großteil der Hamburger Studierenden voraussichtlich erst im Wintersemester auf den Campus zurückkehren können. Das geht aus der Pressemitteilung der Wissenschaftsbehörde hervor. Demnach soll das Wintersemester an den Hamburger Hochschulen wieder in Präsenz stattfinden. Konkrete Pläne würden derzeit in Kooperation mit den Hochschulen erarbeitet.

Momentan ist Präsenzlehre nur im Rahmen von Prüfungen sowie bei Forschungstätigkeiten in Laboren und Werkstätten erlaubt. Seit Mitte Mai sind außerdem die wissenschaftlichen Bibliotheken wieder geöffnet.

Auszug aus der Eindämmungsverordnung der Stadt Hamburg (§22, Absatz 2):

„An den staatlichen Hochschulen erfolgt die Lehre grundsätzlich in Form digitaler Lehrangebote, soweit nicht die jeweilige Lehrveranstaltung eine gemeinsame Anwesenheit von Studierenden und Lehrenden erfordert, wie insbesondere Labortätigkeiten, praktische und künstlerische Ausbildungsabschnitte oder Prüfungen.“

Man müsse unterscheiden, zwischen dem, was theoretisch zulässig ist und dem, was von den Hochschulen letztendlich als praktikabel umgesetzt wird, sagt Jon Mendrala, Sprecher der Wissenschaftsbehörde gegenüber FINK.HAMBURG. Demnach sei es für die Hochschulen momentan nicht umsetzbar, für einzelne Seminare Sonderregelungen und –erlaubnisse zu beschließen.

Auch an der HAW Hamburg wird das Sommersemester bis auf weiteres in geschützter Präsenz stattfinden. Das bedeutet, die Veranstaltungen finden zum Großteil online statt, nur wenn dies nicht möglich ist, werden Seminare in Präsenz angeboten. Matthias Echterhagen, Leiter der HAW-Pressestelle, blickt „vorsichtig optimistisch“ auf ein Wintersemester mit mehr Präsenzlehre. Konkrete Aussagen dazu seien zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht möglich, sagt er auf Nachfrage von FINK.HAMBURG.

Was sind die Voraussetzungen für Präsenzlehre ab Oktober?

Das Ziel für das Wintersemester ist klar: Präsenzlehre an allen Hamburger Hochschulen. „Damit bringen wir das Campusleben endlich Stück für Stück an die Hochschulen zurück – und ermöglichen den Studierenden im wahrsten Sinne wieder mehr Raum für Begegnung und gemeinsames Lernen“, so Fegebank in der Pressemitteilung der Wissenschaftsbehörde. Die Hoffnung sei, dass bis dahin die meisten Studierenden geimpft sind, sagte sie am vergangenen Mittwoch gegenüber dem „Hamburger Abendblatt„.

Die Mitarbeitenden der Hamburger Hochschulen können sich nun auch impfen lassen. Die Sozialbehörde hat diese und andere Teile der Priogruppe 3 freigegeben.

Da in den Hochschulen viele Räumlichkeiten für eine vollständige Belegung unter Einhaltung der Abstandsregeln zu klein sind, hoffen die Verantwortlichen der Landeshochschulkonferenz Hamburg (LHK), dass die Regeln zum Infektionsschutz bis zum Herbst weiter gelockert werden. Auch Türkontrollen zur Überprüfung von negativen Schnelltests und Impfungen dürften nicht überall möglich sein. Dies sagte Andreas Timm-Giel, Präsident der Technischen Universität Hamburg und derzeit Sprecher der LHK gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Momentan entwickelt die Wissenschaftsbehörde zusammen mit den Hochschulen verschiedene Strategien je nach Infektionslage.

mar

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Es gibt keinen Gedanken, den Marina Schünemann, Jahrgang 1997, nicht jederzeit notieren kann: Sie besitzt 25 Notizbücher, thematisch geordnet. Neben ihrer Liebe zum Schreiben zeichnet sie gerne berühmte Frauen wie Amalie Sieveking, die Mutter der ersten Sozialhäuser in Hamburg. Marina liebt das Theater, sie näht dafür sogar selbst Kostüme. Weil es in ihrer Heimatstadt Salzgitter keine größeren Bühnen gibt, zog die Kulturliebhaberin nach Hamburg, um hier Medien- und Kommunikationswissenschaft zu studieren. Für ihre Bachelorarbeit beobachtete sie ein Jahr lang, wie rechte Influencerinnen auf Instagram Gleichgesinnte rekrutieren. Neben dem Studium arbeitete sie für das Hamburger Straßenmagazin „Hinz & Kunzt“. Gerade setzt sie sich als Vizepräsidentin von Golden Z, einem jungen Netzwerk für Frauen, etwa für Geschlechtergerechtigkeit in der Politik ein. Kürzel: mar

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