Kerzen und Blumen, die im Rahmen von
Kerzen und Blumen, die im Rahmen von "Grindel leuchtet" aufgestellt wurden, um den Opfern der Progromnacht 1938 zu gedenken. Foto: Pia Röpke

Auch dieses Jahr halten Hamburger:innen anlässlich des 9. November 1938 Mahnwachen ab und putzen Stolpersteine. Auf verschiedenen Veranstaltungen wird so der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Drei Ausstellungen widmen sich außerdem dem Novemberpogrom und dem jüdischen Leben in Hamburg.

Artikel von Chantal Seiter, Elisabeth Birkner, Laurenz Gottstein und Lilly Brosowsky

Mahnwache im Grindelviertel

Auf dem Joseph-Carlebach-Platz (Grindelhof) ist am 9. November eine Mahnwache anlässlich des 83. Jahrestags der Reichspogromnacht geplant. Auf dem Platz stand die Bornplatzsynagoge, die 1938 verwüstet und 1939 von den Nationalsozialisten abgerissen wurde. Reden sind unter anderem von Vertreter:innen der Landesvereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und der Universität Hamburg geplant.

Dienstag, 9. November 2021, 15:30–17:00 Uhr: Grindelhof, Joseph-Carlebach-Platz, 20146 Hamburg, keine Voranmeldung notwendig, es gelten aktuelle Corona-Regeln, mehr Infos hier

Grindel leuchtet

Am 9. November 2021 beleuchten Bewohner:innen des Grindelviertels die Stolpersteine ihres Viertels mit Kerzen, um der Opfer der Novemberpogrome 1938 zu gedenken. Vor allem in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Synagogen und jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland systematisch von Nationalsozialisten zerstört. Die Initiative „Grindel leuchtet“ möchte so gemeinsam mit den Anwohnenden des Viertels an die Verbrechen gegen die jüdische Gemeinde erinnern.

Dienstag, 9. November 2021, ganztägig: Grindelviertel, 20146 Hamburg, keine Voranmeldung notwendig, es gelten aktuelle Corona-Regeln, mehr Infos hier 

Gegen das Vergessen

Wie im Grindelviertel findet auch in Hamm eine Gedenkaktion gegen das Vergessen statt. Kinder, Konfirmand:innen und Omas gegen Rechts tragen Texte des Schriftstellers Wolfgang Borchert vor. Anwohnende sind eingeladen, Stolpersteine zu putzen und Kerzen aufzustellen. Wie auf den anderen Veranstaltungen in Hamburg soll so den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden.

Dienstag, 9. November 2021, ab 18:00 Uhr: Marienthalerstraße 145, 20535 Hamburg, keine Voranmeldung notwendig, es gelten aktuelle Corona-Regeln, mehr Infos hier

Ausstellung: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Hamburg

Seit 1.700 Jahren leben Jüd:innen auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Die Ausstellung in der Bücherhalle Bramfeld zeigt die Vielschichtigkeit und die Lebendigkeit der jüdischen Kultur in Deutschland. Der Zeitbild Verlag möchte mit der Ausstellung Jugendliche für Antisemitismus sensibilisieren. Die Veranstalter:innen eröffnen die Ausstellung am 9. November um 18:00 Uhr im Haus der Jugend Bramfeld. Der Eintritt ist frei.

9. bis 25. November 2021: Bücherhalle Bramfeld, Herthastraße 18, 22179 Hamburg, keine Voranmeldung notwendig, freier Eintritt, 3G-Regelung, mehr Infos hier

Sonderausstellung über Hamburgs jüdische Polizeibeamte

Bis zum 21. November 2021 zeigt das Polizeimuseum Hamburg unter anderem Biografien von Beamten und Mitarbeitern der Hamburger Polizei mit jüdischem Hintergrund. Die Ausstellung soll das dunkle Kapitel Hamburger Polizeigeschichte ins öffentliche Bewusstsein rücken: In der Zeit des Nationalsozialismus wurden fast alle Polizeitbeamten und Mitarbeiter, die entweder jüdisch oder mit einer Jüdin verheiratet waren, entlassen. Diejenigen, die Deutschland vor Kriegsbeginn nicht verlassen hatten oder durften, mussten Zwangsarbeit leisten oder wurden deportiert und ermordet.

Bis Sonntag, 21. November 2021: Polizeimuseum Hamburg, Carl-Cohn-Straße 39, 22297 Hamburg, mehr Infos hier

Dauerausstellung: Juden in Hamburg

Wer tiefer in das jüdische Leben in Hamburg eintauchen möchte, geht ins Museum für Hamburgische Geschichte: Neben jüdischen Lebensfesten, wie Bar und Bat Mizwa, wird die jüdische Geschichte der letzten 400 Jahre gezeit. Die Ausstellung mit dem jüdischen Leben in Hambnurg um 1600, und edet mit dem Aufbau der heutigen Gemeinde nach 1945. Eine Besonderheit der Ausstellung ist der Nachbau des Interieurs einer Synagoge und einer gutbürgerlichen Wohnsituation um die Jahrhundertwende.

Dauerausstellung: Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24, 20355 Hamburg, Ticket für 9,50 Euro oder ermäßigt 6 Euro, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, mehr Infos hier

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