FINK.HAMBURG hat für euch fünf spannende feministische Filme zusammengestellt. Die Produktionen erzählen zum Beispiel von der Regisseurin Jane Campion oder, wie „Tatort Borowski – und das hungrige Herz“, wurden von einem fast vollständig weiblichen Team produziert.

Text von Mirjam Bär und Anita Stall. Foto: Filmfest Hamburg.

Auf dem Filmfest Hamburg laufen in diesem Jahr rund 130 nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme aus 58 Ländern. Einige davon feiern ihre Weltpremiere in Hamburg. Es gibt politische Filme, Kino für Kinder, ein Gast-Programm aus der Ukraine.

FINK.HAMBURG hat für euch fünf feministische Filme zusammengestellt, die auf dem Filmfest Hamburg zu sehen sind. Unter unseren Filmempfehlungen findet ihr sowohl feministische Themen als auch Filme, die mit einer großen weiblichen Beteiligung im Produktionsteam realisiert wurden.

Filmempfehlung eins: „Days Before The Millennium“

Der Regisseur Chang Teng-Yuan (*1987 in Taiwan) zeigt in diesem Film migrantische Erfahrungen von Vietnamesinnen in Taiwan. In den 1990er Jahren gab es eine Auswanderungswelle von Frauen aus Vietnam, die in benachbarte Länder verheiratet wurden. Darunter war auch Van Tue, eine der Hauptfiguren des Films. Doch sie rebelliert. Abgeschnitten von ihrer Heimat und vom eifersüchtigen Ehemann der Selbstständigkeit beraubt, plant sie ihren Ausbruch.

„Days Before The Millennium“ kontrastiert diese Geschichte durch wiederkehrende Zeitsprünge mit den Veränderungen, die sich Migrant*innen seitdem erkämpft haben. Eine Geschichte, die von zerstörten Träumen und Identitätssuche erzählt.

  • Wann: 02.10.22, 18:00 Uhr & 03.10.22, 15:15 Uhr
  • Wo: Cinemaxx 2 & Studio
  • Sprachen: Taiwanesisch, Vietnamesisch, Mandarin, Englisch

Filmempfehlung zwei: „Banu“

„Banu“ ist ein Film über Macht, Sorgerecht und Krieg. Bei diesem Film hat Tahmina Rafaella (*1994 in Aserbaidschan) das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und die Hauptfigur Banu gespielt.

In dem aserbaidschanischen Drama geht es um eine Mutter, die in den Wirren eines Krieges, um das Sorgerecht für ihren Sohn ringt. Aserbaidschan und Armenien befinden sich in den letzten Tagen des blutigen militärischen Kampfes um die Vorherrschaft in der Region Bergkarabach. Der Krieg tobt, und währenddessen lässt Banut sich von ihrem Mann scheiden. Der einflussreiche und gut vernetzte Vater des Kindes wirft ihr nun vor, eine schlechte Mutter zu sein.

Doch Banu setzt alles daran, ihr Kind zu behalten. Dabei hat sie nur vier Tage Zeit, um jemanden zu finden, der sich auf ihre Seite stellt und zu ihren Gunsten aussagt. Gar nicht so einfach in einer Welt, in der patriarchale Strukturen und Krieg vorherrschen. Der feministische Film ist an zwei Terminen beim Hamburger Filmfest zu sehen. An beiden Tagen wird die Regisseurin anwesend sein.

  • Wann: 04.10.22, 21:15 Uhr & 07.10.22, 21:15 Uhr
  • Wo: Studio & Cinemaxx 2
  • Sprachen: Russisch, Englisch

Filmempfehlung drei: „Tatort – Borowski und das hungrige Herz“

Dieser Tatort ist geballte Frauenpower: Maria Solrun (*1965 in Reykjavik) führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Auch Produktion, Kamera, Ton und Schnitt lag in weiblicher Hand. Dass ein Spielfilm fast komplett von Frauen realisiert wird, ist in Deutschland bisher unüblich.

Kommissar Borowski und seine Kollegin Mila Sahin finden die Tote Andrea Gonzor erschossen auf ihrem Bett. Mord oder Suizid? Rechtsmedizinerin Dr. Kroll stellt verschiedene Spermaspuren an der Leiche fest. Andrea Gonzor hatte an diesem Abend offenbar zu einer Erotikparty eingeladen. Der einzige Schlüssel zur Aufklärung scheint Andreas Freundin Nele zu sein, die die Tote entdeckt hat. Borowski und Sahin tauchen ein in die Welt von Sex- und Liebessüchtigen. Eine bizarre Schattenwelt inmitten der Stadt an der Förde.

  • Wann: 01.10.22, 18:00 Uhr
  • Wo: Cinemaxx 3
  • Sprache: Deutsch

Filmempfehlung vier: „Jane Campion, the cinema woman“

Der Dokumentarfilm „Jane Campion: The Cinema Woman“ porträtiert die Filmemacherin Jane Campion. Sie ist die erste weibliche Gewinnerin einer goldenen Palme in Cannes und Oscarpreisträgerin in der Kategorie „Bestes Drehbuch“. Der Film thematisiert ihren Weg als Regisseurin in einer männerdominierten Welt.

  • Wann: 30.09.22, 18:45 Uhr & 03.10.22, 17:00 Uhr
  • Wo: Metropolis & Passage
  • Sprachen: Englisch, Französisch

Filmempfehlung fünf: „Die Macht der Frauen“

In dem Spielfilm „Die Macht der Frauen“ muss die Anwältin Annabelle Martinelli ihr berufliches Können unter Beweis stellen. Sie ist auf Sexualstrafrecht spezialisiert und vertritt Opfer häuslicher Gewalt. Die Schuhverkäuferin Doreen Kruppke sucht ihren Beistand, nachdem sie ihren Mann wegen schwerer Körperverletzung und sexueller Gewalt angezeigt hat.

Der gegnerische Anwalt ist Annabelles Ex-Chef John Quante, ein skrupelloser Scheidungsanwalt. Annabelle ist überzeugt, dass ihre Klientin von ihrem Mann systematisch eingeschüchtert, geschlagen und zum Sex gezwungen wurde. Doch die Beweislage ist dünn. Einer von mehreren Fällen, die die Anwältin bearbeitet und die ihre professionelle Distanz auf die Probe stellen.

  • Wann: 02.10, 18:15 Uhr
  • Wo: Cinemaxx 3
  • Sprache: Deutsch