Eine Abbildung von der 400. Ausgabe von Hinz & Kunzt. Auf dem Cover ist Schauspieler Robert Lindemann zu sehen wie er an einem Strand ein Surfbrett trägt.
Die 400. Ausgabe ,,Hinz und Kunzt''. Foto: Hinz und Kunzt/Vincent Pelkmans

Die erste Ausgabe erschien 1993, viele Jahrzehnte später gehört Hamburgs Straßenmagazin “Hinz und Kunzt” fest zum Stadtbild. Im Juni geht die 400. Ausgabe in den Verkauf.

Deutschlands nach eigenen Angaben auflagenstärkstes Straßenmagazin ,,Hinz und Kunzt” hat seine 400. Ausgabe veröffentlicht. Bereits seit 1993 berichtet das Magazin über soziale und Kultur Themen in Hamburg.

Schauspieler Robert Lindemann (Plan F, Die Pfefferkörner) in Badehose mit einem Surfboard unter dem Arm an einem sonnigen Strand. Titel: Wann ist ein Mann ein Mann? Das ist das Cover der Jubiläumsausgabe des Hamburger Stadtmagazins. In Ausgabe 400 geht es hauptsächlich um die Rolle des Mannes in der heutigen Gesellschaft. Was wird von ihnen erwartet, wie können gewalttätige Männer beraten werden und wieso sind die meisten Obdachlosen Männer? Zudem wird unter anderem über den Streit der Familie von Süleyman Taşköprü, der vor 25 Jahren von der NSU ermordet wurde, mit der Stadt berichtet.

Straßenmagazin im digitalen Zeitalter

Das Blatt wird von sozial benachteiligten (meist wohnungslosen) Menschen an beispielsweise Bahnhöfen oder Einkaufszentren verkauft. 2,80 Euro kostet aktuell eine Ausgabe. Davon geht die Hälfte direkt an die Verkäufer*innen. Seit dem letzten Jahr kann “Hinz und Kunzt” beim Kauf vor Ort auch digital bezahlt werden, als erstes Straßenmagazin deutschlandweit, wie der NDR berichtete. Zudem ist das Magazin auch online zu erwerben.

Bei dem Straßenmagazin arbeiten etwa 40 Menschen, rund die Hälfte von ihnen war zuvor selbst Verkäufer*in des Blattes. In der Redaktion arbeiten sechs Redakteur*innen, die meisten von ihnen freiberuflich. ,,Hinz und Kunzt” finanziert sich zu etwa einem Drittel aus den Verkäufen des Magazins, der Rest der Gelder stammt aus Spenden.

Demos, Klagen, Wohnraum – Mehr als nur Journalismus

,,Hinz und Kunzt” veröffentlicht aber nicht nur ein Magazin und lässt sozial benachteiligte Menschen an dem Gewinn teilhaben. Der Verlag  organisiert auch Demonstrationen und führt vor Gericht Klagen. Am dem Sitz von “Hinz und Kunzt” in St. Georg sind zudem Wohnungen für Verkäufer*innen entstanden. Aktuell wohnen dort sechs Wohngemeinschaften.

vip

Was haben Amsterdam und Hamburg gemein? Neben Hafen und Klinker jetzt auch noch Vincent Pelkmans, Jahrgang 2000. Der gebürtige Amsterdamer war als Kind schon vor der Kamera: in der niederländischen "Sesamstraat". In Münster studierte Vincent Niederlande-Deutschland-Studien. Parallel lernte er im Campusradio Rundfunkjournalismus und wurde dort schließlich Chefredakteur. Vincent versteht Dinge gern so gut, dass er sie anderen erklären kann. Deswegen sieht er auch in seiner Freizeit gerne Dokumentationen, von True Crime bis Kolonialgeschichte. Jetzt
will er am liebsten selbst welche machen - vielleicht über den Hamburger Hafen.
Kürzel: vip

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