
Klares „Nein” zum Referendum: Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich mit 54,9 Prozent gegen eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. In keinem der sieben Bezirke der Stadt gab es eine Mehrheit für die Befürworter.
Die Hamburger*innen haben klar gegen eine mögliche Olympia-Bewerbung gestimmt. Beim Referendum sprach sich eine Mehrheit von 54,9 Prozent gegen die Pläne des Senats aus, 45,1 Prozent stimmten für Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg. In keinem der sieben Hamburger Bezirke gab es eine Mehrheit für die Olympia-Idee.
Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt.
Tschentscher bedauert Votum
Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Otto Fricke, bedauerte den Wahlausgang. „Für uns ist das so ein bisschen frustrierend nach 19 positiven Ergebnissen.” So habe es etwa in München, in NRW und in Kiel positive Entscheide gegeben, sagte er im NDR. Der Sprecher der Initiative „NOlympia”, Eckart Maudrich kommentiert hingegegen: „Dieses Ergebnis zeigt: Die Hamburger und Hamburgerinnen lieben ihre Stadt und lassen sich nicht von einer Million Euro teuren Werbekampagne hinter die Fichte führen.”
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bedauert das Votum, bedankte sich aber zugleich bei allen, „die das Ziel, die Spiele nach Hamburg zu holen, unterstützt haben”. Nach der Wahl informierte Tschentscher den Präsidenten des DOSB, Thomas Weikert, und den Vertreter Deutschlands beim Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Michael Mronz, und zog Hamburgs Bewerbung zurück. „Beide haben das sehr bedauert”, so Tschentscher. Das Konzept sei aus beider Sicht „überzeugend” gewesen. Mit dem Ausscheiden Hamburgs hat der DOSB noch drei Bewerber zur Auswahl: München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin.
München, Rhein-Ruhr und Berlin: Drei Bewerber bleiben für die Olympia-Bewerbung
In München und der Rhein-Ruhr-Region hatten sich jeweils etwa 66 Prozent für die jeweilige Bewerbung ausgesprochen. Berlin verzichtete aus verfassungsrechtlichen Gründen auf ein Referendum. Stattdessen beschloss das Abgeordnetenhaus am 21. Mai mehrheitlich, sich für Olympia zu bewerben.
Eine Pressekonferenz zu den Wahlergebnissen findet an diesem Montag im Hamburger Rathaus statt: Um 10:30 werden die Partei die Linke und die „NOlympia”-Initiative vor Ort sein. Direkt daran schließt sich ein weiterer Pressetermin an, bei dem Tschentscher, die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Sportsenator Andy Grote (SPD) anwesend sein werden. Um 12:30 Uhr ordnet Landeswahlleiter Oliver Rudolf das Ergebnis ein.
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bea/dpa





