Bildungsstreik
Foto: Catalina Langer, Agata Strausa

Am Freitagmorgen zog der „Bildungsstreik“durch die Innenstadt. Die Stimmung war rebellisch. Aber es blieb friedlich.

Die Demonstration „Bildungsstreik“ „der Jugend gegen G20“ startete gegen 11.30 Uhr am Deichtorplatz und führte am Elbufer entlang zu den Landungsbrücken und schließlich noch weiter bis zum Millerntorplatz. Kurz bevor es losging dröhnte „Where is the Love“, die die Gutewelt-Hymne der Black Eyed Peas aus den auf dem Demowagen angebrachten Lautsprechern. „Wir wollen unsere Bildung selbst bestimmen und nicht diesen Arschlöchern überlassen“, sagte die Sprecherin über das Mikrofon. Ihre Haare waren lila gefärbt, passend zum Farbton des Protestbanners.

Ein großes Polizeiaufgebot begleitete den Aufzug, der laut Schätzungen der Polizei etwa 1000 Personen umfasste. Vorne weg gingen die Schüler der Organisation „Jugend gegen G20“. Die Gruppe hatte die Demo organisiert. Dahinter folgte ein bunter Trupp mit unterschiedlichen Protestfahnen. Darunter waren auch die der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands. Die Jugendlichen in den ersten Reihen stimmten immer wieder antikapitalistische Gesänge an, in den letzten Reihen wurde die Internationale gesungen. Dazwischen wummerte Elektro-Pop vom Demo-Wagen. Die Menschen tanzten um den Wagen.

Auf halber Strecke gab es eine Kundgebung am Baumwall. Die gegenüberliegende Bäckerei wurde von vielen Demonstranten für eine kurze Pause genutzt. In der Bäckerei saß eine Gruppe von Demonstranten von „Block G20“, die nach eigenen Angaben schon seit früh morgens auf den Beinen war – und sich nun ausruhen wollte. Ihr Eindruck: „Diese Demo ist irgendwie lahm“. Das sahen zum Glück nicht alle so.

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Agata Strausa, Jahrgang 1989, ist gebürtige Lettin, Spitzensportlerin und denkt dreisprachig: Deutsch, Englisch und Lettisch. Täglich läuft sie im Stadtpark oder um die Alster und kommt schnell mal auf 100 Kilometer in der Woche. Sie ist über die 5000 Meter die schnellste aller Lettinnen und hat schon in diversen Disziplinen an Europameisterschaften teilgenommen. In Florida hat Agata ihren Bachelor in Kunstgeschichte und BWL gemacht. Zurück in Hamburg entdeckte sie als Social-Media-Managerin in der Sportbranche die Freude an der Kommunikation. Außerdem gefällt ihr minimalistisches Design. Visuelle Ästhetik spielt selbst dann eine große Rolle, wenn sie To-do-Listen schreibt.
Catalina Langer, Jahrgang 1994, hat den damaligen Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau schon einmal in die Nase gekniffen – mit drei Jahren. Nach ihrem Bachelor im Fach Europäische Studien aus Osnabrück kehrte sie wieder in ihre Heimat- und Lieblingsstadt zurück. Ihr Interesse für Politik führte sie bis in die Vereinigten Staaten, wo sie im US-Büro des „Stern“ arbeitete und im Rahmen von Hillary Clintons Wahlkampfveranstaltungen interessante Einblicke in die politische Kultur der USA bekam. Schon direkt nach dem Abitur reiste sie einmal um die Welt und bloggte von unterwegs über internationale Gärten. Catalina weiß aber auch, wie man den perfekten Milchschaum herstellt und sucht immer nach spannenden Restaurants.