Humans of G20 Tina
Tina "cornert" auf dem Neuen Pferdemarkt gegen G20. Foto: Christina Höhnen

Tina (38), Kaufmännische Angestellte, lebt in Hamburg

Ich bin gegen den G20-Gipfel und möchte meine Meinung dazu offen zeigen, dabei aber friedlich bleiben. Es stört mich am meisten, dass gerade die Staatsoberhäupter, die nicht für Demokratie stehen, hier in Hamburg willkommen geheißen werden. Vor allem Erdogan, der hier seine Propaganda betreiben möchte. Außerdem habe ich ein massives Problem mit den Einschränkungen, die ich als Hamburgerin erlebe. Das habe ich mir nicht ausgesucht. Das betrifft den blockierten Weg zum Supermarkt genauso, wie die Tatsache, dass ich durch die Sicherheitszone nicht zur Arbeit komme und deshalb Home Office machen muss.

Der Gipfel soll mehr sein als ein freundliches Händeschütteln. Mein Wunsch wäre, dass problematische Staatsformen offen von demokratischen Ländern kritisiert werden. Zum anderen wünsche ich mir, dass im Dialog über die Dritte Welt und die Flüchtlingspolitik auf die Würde der Menschen gepocht und der Ist-Zustand nicht einfach so hingenommen wird. In Sachen Klimaschutz hätte ich bis vor vier Monaten noch mit positiven Ergebnissen gerechnet. Nach dem massiven Rückschritt durch Trump glaube ich leider nicht mehr daran, dass sich etwas verändert.

In der Serie „Humans of G20“ zeigt FINK.HAMBURG Menschen rund um den G20-Gipfel.

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Die Stimme von Johanna Felde, Jahrgang 1993, hat schon so manches junge Paar ins Eheglück begleitet: Eine Zeitlang sang sie in einer Band, die unter anderem bei Hochzeiten auftrat. Die gebürtige Wolfsburgerin mit russlanddeutschen Wurzeln hat sich in Berlin und Schottland für Obdachlose engagiert. Neben ihrem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität in Berlin hat sie Praxiserfahrung beim ARD Text und WeltN24 gesammelt. Danach arbeitete sie bei Edition F im Bereich Native Advertising, was ihr Interesse am Verhältnis zwischen Journalismus und PR weckte. Jetzt wohnt sie zusammen mit einem Pärchen in einer 3er-WG im Schanzenviertel – und das funktioniert erstaunlich gut.