Kapitalismus abschaffen
Eugen hat eine sehr klare Meinung zu G20. Foto: Robert Bauguitte

Eugen (67), hat sein Leben lang im Schiffsbau gearbeitet und ist seit kurzem in Rente. Für ihn gehört der Kapitalismus abgeschafft. Auch Gewalt lehnt er nicht vollständig ab. 

Dieses ganze Hin und Her, den Kapitalismus besser zu machen, halte ich für unvernünftig. Die Probleme dieses Systems können nur mit seiner Abschaffung behoben werden. Die derzeitigen Eigentumsverhältnisse sind für das ganze Dilemma dieser Welt verantwortlich. Die G20-Versammlung ist dabei blanker Hohn. Wie es auch schon auf meinem Schild steht: Die Gewaltbereiten tagen in den Messehallen. Die Politiker sind für mich als ausführende Organe mitverantwortlich an der momentanen Situation.

„Wenn irgendwo die Schaufenster der deutschen bank eingeschlagen werden, dann ist das in Ordnung“

Die Gewalt, die passiert ist, beurteile ich sehr unterschiedlich. Wenn irgendwo die Schaufenster der Deutschen Bank eingeschlagen werden, dann ist das in Ordnung. Idiotisch ist es jedoch, wenn kleine oder mittelständige Geschäfte attackiert werden – so etwas lehne ich ab. Auf eine irrsinnige Art und Weise glaube ich aber, dass die Gewalt in der Sternschanze helfen kann, den Kapitalismus zu besiegen. Die schlimmen Ereignisse sollen die Menschen wachrütteln und sagen lassen: ‚Verflucht nochmal, das liegt doch alles an unserem System‘.

In der Serie „Humans of G20“ zeigt FINK.HAMBURG Menschen rund um den G20-Gipfel.

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Robert Bauguitte, Jahrgang 1988, liebt den Ruhrpott, vertraut aber kulinarisch auf seine französischhugenottische Herkunft. Am liebsten kocht er „Coq au vin“ oder backt Flammkuchen. Sonst trifft man ihn oft im Fußballstadion, wo er für die Sportzeitung „Reviersport“ als freier Mitarbeiter gearbeitet hat. Er ist in Duisburg geboren, dennoch brennt Roberts Herz für den Verein Wattenscheid 09 (aus Bochum). In Hamburg trifft man ihn häufig bei St.-Pauli-Spielen an, zu denen er schon während seines MeWi-Studiums sogar aus Siegen angereist ist. Neben dem Sport interessiert er sich vor allem für Kultur, die Elbphilharmonie begeistert ihn besonders.
Martin Tege, Jahrgang 1990, ist leidenschaftlicher Musiker. Während seines Studiums der Kulturwissenschaften an der Uni Lüneburg entdeckte er seine Begeisterung für den Journalismus. Nach diversen Praktika wurde der gebürtige Mecklenburger freier Journalist beim Magazin „Rolling Stone“, für das er neben News auch Konzert- und Plattenrezensionen schreibt. Wenn er nicht gerade als Gitarrist mit seiner Bigband auf Tour ist, interessiert er sich aber auch für Geschichten aus Wissenschaft, Politik und Technik – und für soziale Themen. Fußball dagegen ist ihm „mehr als egal“.