US-Präsident Donald Trump teilt Desinformationen auf Twitter. Er spricht von Wahlbetrug durch die Demokraten. Twitter reagiert und versieht Trumps Tweets mit Warnmeldungen.

Am Mittwochmorgen der US-Wahlwoche zeigte sich Donald Trump in seinem ersten Statement siegessicher, obwohl noch viele Stimmen zu zählen waren. „Wir haben die Wahl gewonnen“, sagte er in Washington. Auch auf Twitter verkündete er den „big WIN“. Schon bald darauf veränderte sich die Stoßrichtung seiner Tweets: Von einem „Wahldiebstahl“ durch die Demokraten war die Rede.

Twitter markierte den Tweet des US-Präsidenten mit den Worten „Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind umstritten und möglicherweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess.“ Mittlerweile hat Twitter zwölf von Trumps Tweets mit eben diesen Worten markiert unter anderem diesen hier:

Donald Trump Junior ruft auf Twitter zu „totalem Krieg“ auf

Auch Trumps 42-jähriger Sohn Donald Trump Junior fällt beim Kurznachrichtendienst auf. Er rief seinen Vater auf Twitter zu einem Feldzug auf: „Das Beste für Amerikas Zukunft wäre es, wenn @realDonaldTrump über diese Wahl in den totalen Krieg zieht, um all den Betrug, das Schummeln (…) offenzulegen, das schon viel zu lange anhält“, schrieb er auf Twitter. Es sei an der Zeit, „aufzuräumen und nicht mehr auszusehen wie eine Bananenrepublik“, so Donald Trump Junior.

Auch dieser Tweet wurde mittlerweile von Twitter als irreführend markiert.

US-Sender brechen Trump-Pressekonferenz ab

Nicht erst die Wahlwoche zeigt, dass der amtierende Präsident die sozialen Medien nutzt, um Desinformation zu verbreiten. Laut Tagesschau haben auch die Sender ABC, CBS und NBC auf diese Strategie reagiert: Die Übertragung einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus wurde vorzeitig abgebrochen, weil Trump mehrere Minuten lang — ohne haltbare Beweise — von Wahlbetrug und Manipulationen der Auszählungen gesprochen habe. Auch CNBC beendete seine Übertragung:

Facebook reagiert auf Entwicklungen

Trumps haltlose Behauptungen erzielen ihren gewünschten Effekt: Laut „Spiegel“ sammelten sich innerhalb eines Tages mehr als 365.000 Menschen in der öffentlichen Facebookgruppe „Stop the steal“ (dt. Stoppt den Diebstahl). Mittlerweile hat Facebook die Seite gesperrt. „Unter den Gruppenmitgliedern habe man besorgniserregende Aufforderungen zur Gewalt gefunden, erklärte eine Facebooksprecherin in einem Statement“, so der „Spiegel“.

Titelbild: Pixabay

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Marie Filine Abel, geboren 1992 in Hamburg, diskutiert leidenschaftlich gern: Mit einem Verschwörungstheoretiker im Flugzeug über Aliens, mit Margarete Stokowski via Instagram über die feministischen Implikationen jungfräulicher Cocktails, oder beim Kartenspiel am Küchentisch. Zwischen den Zeilen zu lesen hat sie während ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Lüneburg gelernt. Sie hospitierte am Hamburger Schauspielhaus in der Regie und interviewte für das Stadtmagazin „Szene Hamburg“ Künstler, Krippensammler und Klimaaktivisten. Da war klar: Marie will als Journalistin Anderen Raum für ihre Geschichten geben. Eine sein, die den Mund aufmacht und auf Missstände hinweist - ganz so, wie sie es in ihrer Kindheit aus Musikkassetten von Hannes Wader oder Fredrik Vahle gelernt hat. Kürzel: mfa