Queer bezeichnet Personen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung einer anderen als der heterosexuellen Norm entspricht.

Ob lesbisch, schwul oder genderneutral: Diversität wird in der Musikbranche gelebt. Auch in Hamburg sorgen Musikschaffende für mehr Vielfalt. FINK.HAMBURG stellt euch zum Pride Month sieben queere Künstler:innen vor, die in der Hansestadt zuhause sind.

Von Lukas Barth, Lilly Brosowsky, Manuel Kunst, Anna Nguyen und Julia Rupf

Schola Cantorosa

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1987 wurde der schwule Männerchor Schola Cantorosa gegründet. Nun singen rund 50 Männer unter der Leitung des Organisten und Kantors Gerd Jordan Songs wie „All about that bass“ von Meghan Trainor oder „Somethin’ stupid“ von Frank und Nancy Sinatra. In der Vergangenheit inszenierte der Chor schon einige aufwendige Shows wie ihre „Gays in Space II“. 2021 soll das neue Programm vorgestellt werden. Am Chor teilnehmen kann jeder, der Spaß am Singen hat – Noten lesen zu können, ist keine Voraussetzung.

Jendrik Sigwart

Jendrik Sigwart hat vielleicht nicht den Eurovision Song Contest (ESC) 2021 gewonnen, dafür aber zahlreiche neue Fans. Der 26-jährige ist ein wahres Multitalent: Er spielt Klavier und Geige, hat ein Studium zum Musicaldarsteller in Osnabrück absolviert, die Titelrolle in den Musicals „My Fair Lady“, „Hairspray“ und „Peter Pan“ gespielt und schreibt seine Songs alle selbst. Immer dabei: seine mit Strasssteinchen besetzte Ukulele – auch beim ESC-Song für Deutschland „I Don’t Feel Hate“ durfte sie nicht fehlen. Auch wenn er mit seinem Song nicht jeden Geschmack getroffen hat, muss man ihm eines lassen: Gute Laune verbreitet der queere Sänger auf alle Fälle.

Boris Dlugosch

Bekannt wurde der DJ Boris Dlugosch im Front, einer ehemaligen Schwulen-Diskothek im Stadtteil Hammerbrook, wo heute der Club Shake! steht. Mitte der 80er-Jahre war dies ein Zufluchtsort für viele Schwule und queere Personen in Hamburg. Ab 1995 wurde Boris mit seiner Single „Keep Pushin'“ weltweit bekannt. Sogar in Italien erreichte er mit dem Song Platz vier der Charts. Auch danach hat er Hits neu gemixt wie beispielsweise „Sing It Back“ von Moloko, mit dem er bisher 51 Millionen Streams auf Spotify verzeichnen konnte. Heute findet man Boris nach wie vor am DJ-Table untere anderem für MDR Sputnik oder N-Joy.

Arno Verano


Arno Verano träumte schon sein Leben lang davon, Musiker zu werden. Seinen Durchbruch schaffte der Krankenpfleger im Sommer 2019 mit seinem Sommerhit „Wir wolln Wodi“. Mit diesem Song trat Arno Verano noch im selben Jahr auf den „GayWiesn“ in Berlin auf. Mit seinem Produzenten Marvin Trecha arbeitet der Musiker bereits an neuen Songs. Aktuell ist Verano aber hauptberuflich wieder als Krankenpfleger tätig.

Valery Pearl

Valery Pearl tanzt, singt, schmeißt Partys und ist vor allem eins: glamourös. Und das auch in ihrer Funktion als selbsternannte „Polittranse“. Mit pinken Haaren, auf denen Strasssteinchen glitzern, setzt sie sich gegen rechte Politik ein. Unter dem Hashtag #OffensiveBundestagswahl liest sie für „Laut gegen Nazisauf Instagram aus dem Parteiprogramm der AfD vor, um klarzumachen wie wichtig es ist, zur Wahl zu gehen. Egal, ob es um Politik oder Party geht: Valery Pearl sorgt für gute Laune. Unter anderem ist die Dragqueen übrigens als DJ und Kolumnistin für das Hamburger Stadtmagazin Oxmox unterwegs.

Felix Jaehn

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Der House Künstler Felix Jaehn ist mit 26 Jahren der jüngste Musiker, der je zwei diamantene Schallplatten erhalten hat. Dabei ist der Hamburger für seine tropischen Klänge und wummernde Beats bekannt. Seine fünf Milliarden Plays auf Spotify brachten ihn auf die Bühnen von Festivals wie Tomorrowland, Parookaville, Ultra Miami. Der große Mainstreamerfolg kam erstmal durch seinen Remix des Songs „Cheerleader“ des jamaikanischen Sängers Omi, der 2015 unter anderem Platz eins in Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich erreichte.

Neue Deutsche Wahrheit

Feilt eure Nägel und tragt euer bestes Rouge auf für die „Neue Deutsche Wahrheit“. Mit Neo-Synthpop irgendwo zwischen Nena und Rosenstolz eroberte das Hamburger Duo die Clubszene der Hansestadt. Dabei sind ihre Texte eine Ode an die Dekadenz und Maßlosigkeit. Untermalt wird das durch schräge Outfits, funkelnde Klunker und leuchtendes Make-up. Erst vor Kurzem veröffentlichte das Duo die Single „Ratlos“ von ihrer gleichnamigen EP. Wer jetzt die Band auch mal live erleben möchte, kann das am 31. Juli auf dem Vogelball Festival tun.

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