400 Jahre jüdische Geschichte prägen das Hamburger Stadtbild bis heute. Doch viele Spuren des jüdischen Alltags sind versteckt. Die FINK.HAMBURG-Redakteur:innen Laurenz Gottstein, Max Rohloff, Julia Rupf und Marina Schünemann zeigen euch auf einem historischen Rundgang jüdische Orte in Hamburg. 

Seit über 400 Jahren sind Jüdinnen und Juden ein Teil der Hamburger Gesellschaft. Vor dem Holocaust war das jüdische Leben besonders ausgeprägt. Rund 20.000 jüdische Menschen lebten in den 1920er Jahren in der Stadt. Sie gingen hier zur Schule, feierten Feste und arbeiteten bei der Polizei, in der Forschung und in vielen anderen Berufen. Sie hinterließen nicht nur architektonische Spuren, sondern beteiligten sich engagiert am städtischen Leben und brachten es in vielen Bereichen voran.

Doch die Nationalsozialist:innen zwangen die jüdischen Hamburger:innen erst zur Ausreise oder Flucht, später deportierten und ermordeten sie die verbliebenen Jüdinnen und Juden systematisch. Nur rund 700 jüdische Hamburger:innen entkamen der Deportation und lebten im April 1945 noch in der Stadt. Dadurch ist das jüdische Leben heute nicht mehr so präsent wie früher, auch wenn die jüdische Gemeinde inzwischen wieder ein paar Tausend Mitglieder zählt. Doch viele Orte der jüdischen Geschichte sind erhalten und zeugen heute davon, wie das jüdische Leben Hamburg prägte.

Jüdische Orte Hamburg: Interaktive Karte

Ein modernes Kaufhaus, vorbildliche Krankenversorgung und eine weltbekannte Bibliothek sind eng mit jüdischen Hamburger:innen verbunden. Außerdem führt unser Rundgang zu Orten des jüdischen Alltags: Synagogen, Schulen und Kulturstätten. Manche Spuren von jüdischen Orten in Hamburg sind inzwischen gut versteckt und fast vergessen. Doch sie erzählen alle von herausragenden Menschen und Ereignissen.

Der Artikel “Zeitreise: Jüdische Orte in Hamburg” ist in Zusammenarbeit mit Studierenden des Bachelorkurses “Digitale Kommunikation” am Department Information der HAW Hamburg entstanden. Moritz Löhn, Jakob Somorjai, Jennifer Campen, Lukas Görlitz, Mana Gheybi, Nathalie Porepp, Laura Gabbert, Lisa Westphalen, Sophia-Maria Kohn und Luna Twiesselmann haben die FINK.HAMBURG-Redaktion beim Erstellen dieser interaktiven Karte unterstützt.

HTML-Unterstützung von Simon Uhl.

Es gibt keinen Gedanken, den Marina Schünemann, Jahrgang 1997, nicht jederzeit notieren kann: Sie besitzt 25 Notizbücher, thematisch geordnet. Neben ihrer Liebe zum Schreiben zeichnet sie gerne berühmte Frauen wie Amalie Sieveking, die Mutter der ersten Sozialhäuser in Hamburg. Marina liebt das Theater, sie näht dafür sogar selbst Kostüme. Weil es in ihrer Heimatstadt Salzgitter keine größeren Bühnen gibt, zog die Kulturliebhaberin nach Hamburg, um hier Medien- und Kommunikationswissenschaft zu studieren. Für ihre Bachelorarbeit beobachtete sie ein Jahr lang, wie rechte Influencerinnen auf Instagram Gleichgesinnte rekrutieren. Neben dem Studium arbeitete sie für das Hamburger Straßenmagazin „Hinz & Kunzt“. Gerade setzt sie sich als Präsidentin von Golden Z, einem jungen Netzwerk für Frauen, etwa für Geschlechtergerechtigkeit in der Politik ein. Kürzel: mar