Screenshot: Digitales Kartenmaterial der Polizei Hamburg
Screenshot: Digitales Kartenmaterial der Polizei Hamburg

Gesperrte Straßen, ein weites Halteverbot und Sicherheitszonen in mehreren Vierteln: Beim G20-Gipfel gibt es in Hamburg zahlreiche Einschränkungen im Straßenverkehr. FINK.HAMBURG weiß, wie ihr am besten ans Ziel kommt.

Beim Treffen der 20 größten Wirtschaftsmächte am 7. und 8. Juli werden weite Teile der Innenstadt gesperrt. Die Polizei verfolgt damit ein breit angelegtes Sicherheitskonzept, um die Gäste des Gipfels zu schützen.

Weiterlesen: Was ist die G20? Warum findet das Treffen in Hamburg statt? Und warum sind so viele dagegen? Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen rund um den G20-Gipfel in unserem #FINKaboutit.

Sicherheitszonen: Was muss ich beachten?

Zum G20-Gipfel werden zwei Sicherheitszonen rund um die Messehallen und die Elbphilharmonie eingerichtet. Halbhohe Metallgitter sollen die Gebiete in St. Pauli und der HafenCity abgrenzen.

Seit Mittwoch sind die Messehallen als Tagungsort komplett abgeriegelt. Auch der weitere Bereich um das Gelände wird zu großen Teilen gesperrt. An speziellen Kontroll- und Durchlasspunkten können berechtigte Personen das Gelände betreten. Dazu gehören: Anwohner, deren Besucher, ansässige Geschäftsinhaber, Lieferdienste, Pflegedienste und die Post. Die Polizei wird Personenkontrollen durchführen, weshalb Bewohner und Besucher ihre Ausweise dabeihaben sollten. Kinder werden nicht kontrolliert. Außerdem ist vom 7. bis 8. Juli die zweite Sicherheitszone an der Elbphilharmonie aktiv. Passieren dürfen hier die gleichen Personengruppen.

Welche Straßen werden gesperrt? Wo darf ich nicht parken?

Sperrungen und Halteverbot betreffen folgende Straßen:

In Sicherheitszone 1: Sternschanze, Schröderstiftstraße, An der Verbindungsbahn, Messeplatz, Tiergartenstraße, Marseiller Straße, Bei den Kirchhöfen, St. Petersburger Straße, Holstenglacis, Karolinenstraße, Lagerstraße, Flora-Neumann-Straße, Grabenstraße, Vorwerkstraße

In Sicherheitszone 2: Baumwall, Niederbaumbrücke, Am Sandtorkai, Großer Grasbrook, Dalmannkai, Hübenerkai, Arningstraße

Der gelbe Ring in beiden Sicherheitszonen markiert den Bereich, in dem Straßen gesperrt werden und es ein Halteverbot geben wird. Im Gebiet um die Messehallen sind seit Mittwoch Straßen gesperrt, ein Halteverbot gilt bis kommenden Montag, 10. Juli. An der Elbphilharmonie stehen vom 7. bis 8. Juli Straßensperren, vom 6. bis 8. Juli gilt dort das Halteverbot.

Wegen Kolonnen-Fahrten mit Staatsgästen kann es während des Gipfels vor allem auf der Strecke zwischen Flughafen und Innenstadt zu kurzfristigen Straßensperrungen kommen. Die Polizei wird sie nicht ankündigen und erst kurz vorher festlegen, um die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten. Auch durch Transporte der Teilnehmer zu den Messehallen oder zur Elbphilharmonie können kurzfristig Straßen gesperrt werden.

Welche Einschränkungen wird es im Straßenverkehr geben?

Vor allem im Stadtzentrum kann es während des G20-Treffens zu Einschränkungen im Straßenverkehr kommen. Jeder, der in die Innenstadt fahren möchte, sollte dafür mehr Zeit einplanen. Besucher sollten es während der Gipfeltage vermeiden, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Am besten sind U- und S-Bahn oder das Fahrrad. Zwischen Innenstadt und Flughafen werden kurzfristig und unangekündigt Kreuzungen gesperrt, um Staatsgäste passieren zu lassen.

Wie komme ich mit U- und S-Bahn an mein Ziel?

U- und S-Bahnen fahren während des Gipfels beinahe nach normalem Fahrplan. In der Nacht vom 6. auf 7. Juli fahren die U-Bahnen sogar länger. Auf der Linie S1 werden nachts zusätzliche Züge bereitgestellt, die von und zum Flughafen verkehren.

Zu Einschränkungen kommt es voraussichtlich nur an den Bahnhöfen in der Sicherheitszone:

  • Der U-Bahnhof Messehallen wird bis Samstag an den Zugängen Karolinenstraße, Hamburg-Messe und am Behindertenaufzug gesperrt sein.
  • Am U- und S-Bahnhof Sternschanze werden die Eingänge Hamburg Messe sowie Eingang West im gleichen Zeitraum geschlossen.

Die Hochbahn empfiehlt allen Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs an den Gipfeltagen vor allem mit S- und U-Bahn zu fahren – und auf jeden Fall das Auto stehen zu lassen.

Wie fahren die Busse der Hochbahn?

Durch G20 ist auch der Busverkehr in der Innenstadt eingeschränkt. Dafür hat die Hochbahn einen Ersatzplan vorgelegt, der vom 6. Juli, zwölf Uhr, bis zum Samstagabend, 20 Uhr, gilt. Viele Buslinien werden verkürzt und nicht von den Außenbezirken bis ins Zentrum fahren.

Bei den Messehallen, dem Rathausmarkt und der Elbphilharmonie (violetter Ring) wird es keinen regulären Busverkehr geben. Dafür werden Shuttle-Busse eingesetzt, die im Abstand von 10 Minuten fahren. Alle übrigen Buslinien enden am violetten Ring. Ab dort sollen die Reisenden in U- und S-Bahn umsteigen.

Teilweise werden Buslinien unterbrochen und direkt wieder fortgesetzt. Fahrgäste müssen dann das Fahrzeug wechseln, können aber auf derselben Linie weiterfahren. Wenn Kolonnen von Staatsgästen zum Flughafen geleitet werden müssen, könne es auch kurzfristig zu Straßensperren kommen, teilte die Hochbahn mit.

Auf folgenden Buslinien gibt es Einschränkungen:

  • 3: Schenefelder Platz – Kraftwerk Tiefstack: ist zwischen Feldstraße und Berliner Tor unterbrochen.
  • 4: Eidelstedt – Brandstwiete: fällt zwischen den Haltestellen Schlump und Brandstwiete aus.
  • 5: Burgwedel – Hauptbahnhof: fährt bis Schlump, dort müssen Fahrgäste umsteigen. Dann können sie auf derselben Buslinie bis Bezirksamt Eimsbüttel weiterfahren.
  • 6: Feldstraße/Speicherstadt – Borgweg: verkehrt nur ab Hbf./Kirchenallee bis Borgweg.
  • 20: Altona – Rübenkamp: fährt nur bis UKE.
  • 22: Blankenese – Kellinghusenstraße: Reisende müssen an Hagenbecks Tierpark in dieselbe Linie umsteigen und können dann Richtung Kellinghusenstraße weiterfahren.
  • 23: Niendorf Markt – Billstedt: An der Haltestellte Am Licentiatenberg steigen Fahrgäste um. Ab der Haltestelle Lufthansa-Basis können sie auf der selben Linie bis Barmbek fahren. Dort steigen sie wieder um in S- und U-Bahn oder erneut in die Buslinie 23.
  • 25: Altona – Hammerbrook: verkehrt erst ab UKE bis Burgstraße. Dort steigen Fahrgäste wieder in die gleiche Linie um.
  • 26: Kellinghusenstraße – Rahlstedt: wird ab Rübenkamp unterbrochen und direkt wieder fortgesetzt.
  • 31: Lauenburg ZOB – Hamburg, Großer Burstah: fährt nur bis Berliner Tor.
  • 34: Lufthansa-Basis – Kirchdorf (Süd): verkehrt nur zwischen Berliner Tor und Kirchdorf (Süd).
  • 35: Hamburg Messe – Sorenkoppel: nur zwischen Wandsbeker Chaussee und Sorenkoppel wird diese Linie bedient.
  • 36: Blankenese – Farmsen/ Berne: Die Buslinie ist zwischen Reeperbahn und Ritterstraße unterbrochen.
  • 37: Schenefelder Platz – Bramfeld: verkehrt nur bis Altona.
  • 39: Teufelsbrück – Wandsbek Markt: fährt nur bis Hagenbecks Tierpark.
  • 109: Alsterdorf – Hauptbahnhof/ ZOB: Die Busse fahren nur bis Hallerstraße.
  • 111: Altona – Hafencity: Am Freitag werden die Haltestellen zwischen Baumwall und Koreastraße nicht bedient.
  • 112: Neumühlen – Hamm (Osterbrookplatz): Von St. Pauli bis zum Berliner Tor ist diese Busstrecke gesperrt.
  • 118: Fuhlsbüttel – Wandsbek-Gartenstadt: An der Haltestelle Sengelmannstraße müssen Fahrgäste in ein anderes Fahrzeug umsteigen, können aber mit derselben Linie weiterfahren.
  • 120: Altengamme – Hauptbahnhof/ZOB: verkehrt nur bis Berliner Tor.
  • 124: Bergedorf – Hauptbahnhof/ZOB: fährt nur bis Berliner Tor.
  • 171: Barmbek – Bramfeld (Ost): Busse werden erst ab Dehnhaide starten. Zwischen Barmbek und Dehnhaide werden die Haltestellen nicht angefahren.
  • 172: Uhlenhorst – Hummelsbüttel, Lentersweg: In Ohlsdorf sollen die Fahrgäste in einen anderen Bus der gleichen Linie steigen.
  • 173: Uhlenhorst – Bramfeld, Am Stühm-Süd: Die Linie startet erst in Barmbek. Zwischen Mundsburger Brücke und Barmbek werden die Haltestellen nicht angefahren.
  • 256: Steinwerder – Veddel, Überseezentrum: Am Freitag werden die Haltestellen Arningstraße und Vogelreth nicht bedient.
  • 261: Barmbek – Berliner Tor: An der Haltestelle Wandsbek Markt müssen Fahrgäste in Busse der gleichen Linie umsteigen.
  • 281: Krupunder – Lattenkamp: An Hagenbecks Tierpark werden die Reisenden gebeten, in einen anderen Bus gleicher Linie zu steigen. Die Haltestellen Brunsberg, Veilchenweg, Gärtnerstraße, Breitenfelder Straße und UKE werden nicht angefahren.
  • 292: Ochsenzoll – Lattenkamp: Am Hamburg Airport sollen Fahrgäste in andere Busse der gleichen Buslinie steigen.

Wie sieht es beim Flugverkehr des Hamburg Airport aus?

Der G20-Gipfel wird den Flugverkehr nicht stark beeinträchtigen. Alle Linienflüge sollen wie geplant stattfinden, jedoch kann es kurzfristig Verzögerungen geben, wie der Hamburg Airport meldet. Für die Anreise zum Flughafen sollten Fluggäste vom 6. Juli bis 9. Juli etwas mehr Zeit einplanen. Wegen Kolonnen mit Staatsgästen können zeitweise Kreuzungen gesperrt sein. Der Holiday-Shuttle wird eine veränderte Route fahren. Außerdem wird die Streckenführung zu den Holiday-Parkhäusern verändert. Die Parkhäuser P8 und P9 werden zudem anders ausgeschildert sein. Im Flughafengebäude könnten Bereiche abgesperrt werden, die den Flugverkehr aber nicht beeinträchtigen sollen.

Wie fahren die Züge der Deutschen Bahn, AKN und Nordbahn?

Die Züge im Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) fahren weitgehend nach normalem Fahrplan. Verspätungen oder Behinderungen würden laut DB durch den Gipfel nicht entstehen.

Beim Zugverkehr von und nach Schleswig Holstein gibt es kleine Einschränkungen. Züge der AKN, Deutsche Bahn und Nordbahn beginnen und enden während des Gipfels in Altona. Das betrifft folgende Linien und Zeiten:

  • AKN (A1) und Nordbahn (RB61) vom 6. Juli Betriebsbeginn bis 9. Juli Betriebsbeginn
  • Züge der DB aus Richtung Kiel und Flensburg (RE7 und RE70) von 6. juli, 21 Uhr, bis 8. Juli, 21 Uhr.

Zugreisende sollten aber trotzdem mehr Zeit einplanen, denn auch an Hamburgs Bahnhöfen wird es ein hohes Verkehrsaufkommen geben. Zum Beispiel schon am 6. Juli, wenn ein Sonderzug aus Basel mit 1.000 Aktivisten ankommt, die aus der Schweiz und dem Süden Deutschlands zu G20 reisen.

In welchen Hotels kommen Staatsgäste unter? Ist dort mit Sperrungen zu rechnen?

Auch rund um die Hotels, in denen Präsidenten und Staatsgäste übernachten, können kleine Sperrzonen eingerichtet werden, wie die Polizei Hamburg mitteilt. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ betrifft das folgende Orte:

  • Hotel Atlantic: Angela Merkel und die deutsche Delegation werden hier übernachten. Auch Kanadas Premierminister und Indiens Präsident sind im Hotel Atlantic untergebracht.
  • Park Hyatt: Der russische Präsident Wladimir Putin und die australische Delegation kommen im Park Hyatt unter.
  • Sofitel: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nächtigt hier.
  • Vier Jahreszeiten: Ein Teil der saudischen Delegation kommt im Hotel Vier Jahreszeiten unter.
  • Grand Elysée: Im Hotel an der Rothenbaumchaussee werden Politiker und Regierungschefs aus China, Indien und Singapur wohnen.
  • Mövenpick Hotel: Direkt an der Sternschanze schlafen Emmanuel Macron und die Delegation aus Frankreich.
  • Reichshof Hamburg: Staatsgäste aus Brasilien und aus Indien werden hier unterkommen.
  • The Westin: Weil die Delegation aus Saudi-Arabien so groß ist, werden einige Gipfel-Teilnehmer auch in diesem Hotel schlafen.
  • Gästehaus des Hamburger Senats: Donald Trump bezieht direkt an der Außenalster Quartier.

Fahren alle Hafenfähren?

Wegen der Sicherheitszone an der Elbphilharmonie gibt es auch im Hamburger Hafen Einschränkungen. Die Fähre 72 wird am 7. Juli, 11 Uhr, aufgrund der Absperrung zur Elbphilharmonie nicht mehr fahren können.

Die Polizei hat ein kostenloses Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Nummer 08000 42 86 50 erhalten Hamburger und die Besucher der Hansestadt Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr weitere Informationen rund um den Gipfel.


Quellen: Hamburg.de, Hamburg-Airport.de, dpa, Hamburger Senat, Polizei Hamburg, Hochbahn, Hamburger Abendblatt


Weiterlesen: Ein Polizist, der anonym bleiben möchte, drückt online seine Wut über den G20-Gipfel aus: Die Polizei sei überlastet, der Gipfel ein „belangloses Stelldichein“. Die Hamburger Polizei ist zu keiner Stellungnahme bereit.

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Martin Tege, Jahrgang 1990, ist leidenschaftlicher Musiker. Während seines Studiums der Kulturwissenschaften an der Uni Lüneburg entdeckte er seine Begeisterung für den Journalismus. Nach diversen Praktika wurde der gebürtige Mecklenburger freier Journalist beim Magazin „Rolling Stone“, für das er neben News auch Konzert- und Plattenrezensionen schreibt. Wenn er nicht gerade als Gitarrist mit seiner Bigband auf Tour ist, interessiert er sich aber auch für Geschichten aus Wissenschaft, Politik und Technik – und für soziale Themen. Fußball dagegen ist ihm „mehr als egal“.