Im Hintergarten des iranischen Konsulats hängen handgeknüpfte Perserteppiche an der Wand. Daneben: ein großes weißes Zelt. Dort erwarten den Besucher 5000 Jahre alte Handwerkskunst und ein großes Angebot an traditionellem Essen.

Vorbei am Haupteingang des Konsulats gelangt man zum Hinterhof. In diesem Garten steht ein großes weißes Zelt. Darin ist persische Handwerkskunst ausgestellt. Es sind diverse Fotografien aus verschiedenen Städten des Irans zu finden sowie Kalligrafie und Kupfergravierungen. Im Hintergrund trägt ein Mitarbeiter des Konsulats auf Deutsch übersetzte Gedichte von persischen Poeten vor. Die Gäste bekommen rote Rosen und werden auf Farsi begrüßt.

In einer Ecke des großen Zeltes sitzt Ardeshir Rahmanian, er ist Perserteppich-Händler in Hambug. Er zeigt den Besuchern, wie man die Teppiche knüpft. Wer will, kann das mit Unterstützung selbst versuchen. „Handgeknüpfte Perserteppiche sind in iranischen Haushalten sehr beliebt“, sagt er.

5000 Jahre alte Handwerkskunst

Hauptsächlich sind in dem Zelt Stände zu bestaunen, an denen sich die Besucher über die verschiedenen Handwerkskünste des Irans informieren können. An einem Stand sind verschiedene Kunstwerke zu besichtigen, die durch das sogenannte Ziselieren enstanden sind. Dabei werden mit einem Hammer Ornamente in Gold, Kupfer oder Silber eingearbeitet. Die Kunst ist schon 2500 Jahre alt.

In Kupfer gemeißelte Kunst in einem Bilderrahmen.
In Kupfer gemeißelte Kunstwerke gehören im Iran zu den wertvollsten Geschenken. Foto: Shahrzad Rahbari

Das typische Muster vieler Kunstwerke stammt aus der Stadt Kerman, die im Südosten des Irans liegt. Ein Samowar aus Messing fasziniert mit aufwendiger Handarbeit.

Ein Samowar aus Messing - mit Toreutik verarbeitet.
Ein Samowar aus Messing. Foto: Shahrzad Rahbari
Emailliertes Geschirr in türkisen Farben,
Das Emaillieren gehört zu der ältesten Kunst Persiens. Foto: Shahrzad Rahbari

Das Emaillieren ist noch heute eine sehr beliebte Art, Geschirr zu verzieren. Erfunden wurde es in Isfahan, die Kulturhaupstadt des Landes. Diese Technik zählt zu der Metallmalerei-Kunst. Perser wandten sie bereits im sasanidischen Reich vor 5000 Jahren an. Die typische türkisene Farbe ist ein Wahrzeichen Altpersiens.

Die Besucher finden zudem mehrere Stände mit selbstbemalten Kacheln und Kalligrafie. Wer will, kann sich auf einem goldfarbigen Blatt Papier etwas auf Farsi schreiben lassen und die Erinnerung mitnehmen.

Dabei kann die Kunst nicht nur bestaunt, sondern die kunstvolle Küche des Landes auch probiert werden. In einem anderen Zelt wird traditionelles Essen verteilt. So gibt es etwa Ash-e Reshte, ein Bohneneintopf mit Nudeln und dazu einen traditionellen Safranmilchreis. Auch lecker: ein Auberginen-Walnuss-Dip mit frischem Fladenbrot und gerösteten Zwiebeln.

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Shahrzad Rahbari, Jahrgang 1994, vermisst seit ihrem ersten Tag in Hamburg Spätzle. Sie hat Dolmetschen und Übersetzen in Germersheim studiert, in der Nähe von Karlsruhe. Shahrzad spricht sechs Sprachen fließend – neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch auch Arabisch und Farsi. Für eine Reportage reiste sie durch das Heimatland ihrer Eltern, den historischen Iran, und porträtierte Einwohner und Orte. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte Shahrzad in ihrer Zeit bei dem HipHop-Magazin Rapspot, für das sie Album-Rezensionen schrieb und Rapper wie Talib Kweli und Tua interviewte. Auch in ihrer Freizeit hört sie am liebsten Rap. Ihr Traum: mit Kendrick Lamar die Straßen von Compton, einem Vorort von L.A., unsicher zu machen. Kürzel: sha