Ein unbekanntes Juwel: Das Honorarkonsulat Tadschikistans öffnet seine Türen für eine bunte Ausstellung über Kunst und Kultur. Den Besucher erwartet eine historische Reise durch das traditionelle Land in Zentralasien.

Unmittelbar am Eingang des Honorarkonsulats der Republik Tadschikistan befinden sich zahlreiche Tische mit traditioneller Handwerkskunst. Man erkennt sofort: Das Land mit acht Millionen Einwohnern, das an vier Länder angrenzt, legt großen Wert auf Kunst und Kultur. Den vielen Besuchern werden landestypische Süßigkeiten und warmer Tee aus dem Samowar angeboten, einer russischen Teemaschine aus Stahl. Alle 30 Minuten wird das Land in einem Video vorgestellt, der Text dazu wird übersetzt. Insbesondere der Tourismus und die Kultur spielen eine bedeutende Rolle.

Tourismus und Kultur Tadschikistans

Gastfreundschaft steht an erster Stelle. Gerade im touristischen Bereich wirbt das Land verstärkt. So wird etwa dazu eingeladen, das älteste und wichtigste Neujahrfest Nowruz in drei Städten Tadschikistans zu feiern. Hierfür wird ein achttägiges Touristenprogramm vorgestellt, für das sich Interessenten eintragen können. Zur Einreise ist ein Visum erforderlich.

In Zentralasien ist Tadschikistan das kleinste Land. Aber Interessierte sollten sich nicht täuschen lassen: Es hält für Besucher einiges bereit. Die atemberaubenden Hochgebirge, die 70 Prozent des Landes ausmachen, sind ein Paradies für Bergsteiger und Abenteurer. Die Hauptstadt Duschanbe bedeutet übersetzt „Montag“ und steht laut Konsul Kourosh Pourkian für einen Neubeginn. Die Stadt habe sich durch diverse Montagsmärkte entwickelt.

Weitere Handwerkskunst mit kyrillischer Schrift.
In Tadschikistan benutzt man das kyrillische Alphabet. Foto: Shahrzad Rahbari

Laut einer Infobroschüre geht die Geschichte des Landes sogar zurück bis ins Persische Reich. Das Land ist daher sehr mit der persischen Kultur und Sprache verwandt. Später war Tadschikistan Teil der Sowjetunion und trug deshalb den Namen Tadschikische Sowjetisch Sozialistische Republik. Das ist auch der Grund, warum das kyrillische Alphabet benutzt wird. Zu den Amtssprachen gehören Tadschikisch, das Farsi sehr ähnelt, und Russisch.

Was sind die landestypischen Souvenirs?

Zwei handgemachte Puppen mit bunter traditioneller Tracht.
Die bunte Tracht ist an vielen Stellen wiedererkennbar. Foto: Shahrzad Rahbari

Sehr beliebte Souvenirs aus Tadschikistan sind Edelsteine, Kristalle, Trockenfrüchte und kunstvolle Handarbeiten. Die bunten Trachten der handgemachten Puppen erinnern an die reiche Kultur des Landes. Die Exportschlager des Landes findet man in einer Jeans-Fabrik im Norden in Khudschand. Wenn man nicht gerade vor Ort einkaufen kann, werden die Jeans sogar bis nach Europa exportiert.

Nach Uruguay zu Rotwein und klassischer Musik?

Oder nach Äthiopien zu einer Kaffeezeremonie auf dem Küchenboden?

Vorheriger ArtikelAusstellung: Gespräche ohne Geräusche
Nächster ArtikelTraditionelle Kunst und iranische Küche unter freiem Himmel
Shahrzad Rahbari, Jahrgang 1994, vermisst seit ihrem ersten Tag in Hamburg Spätzle. Sie hat Dolmetschen und Übersetzen in Germersheim studiert, in der Nähe von Karlsruhe. Shahrzad spricht sechs Sprachen fließend – neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch auch Arabisch und Farsi. Für eine Reportage reiste sie durch das Heimatland ihrer Eltern, den historischen Iran, und porträtierte Einwohner und Orte. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte Shahrzad in ihrer Zeit bei dem HipHop-Magazin Rapspot, für das sie Album-Rezensionen schrieb und Rapper wie Talib Kweli und Tua interviewte. Auch in ihrer Freizeit hört sie am liebsten Rap. Ihr Traum: mit Kendrick Lamar die Straßen von Compton, einem Vorort von L.A., unsicher zu machen. Kürzel: sha