In Hamburg haben seit der Einführung des dritten Geschlechts acht Personen ihr Geschlecht in divers ändern lassen. Bei Neugeborenen nutzten Eltern diese Möglichkeit bislang nicht.

Seit der Einführung des dritten Geschlechts Anfang 2019 haben acht Hamburger*innen ihr Geschlecht in den Standesämtern als divers eintragen lassen. Die meisten Anträge wurden im Bezirk Bergedorf gestellt. Hier ließen vier Personen ihr Geschlecht ändern. In Hamburg Nord waren es zwei Personen und in Wandsbek und Eimsbüttel jeweils eine Person.

Seit Januar 2019 gibt es im deutschen Geburtenregister neben den Optionen männlich und weiblich auch die Eintragung divers. Damit setzte der Bundestag eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts um. Die bisherige Pflicht, einen Menschen dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen, wurde darin als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot gewertet.

31 Menschen ließen 2019 Geschlecht ändern

Bisher hat noch kein Hamburger Elternpaar ein Kind als divers registrieren lassen. „Das ist insofern nachvollziehbar, da man inzwischen davon ausgeht, dass eine abschließende Beurteilung erst mit, bzw. nach der Pubertät eines Menschen getroffen werden kann“, sagte eine Sprecherin des Bezirksamtes Harburg. Die Entscheidung für ein Geschlecht solle die betroffene Person selbst fällen. Bereits vor der Einführung des dritten Geschlechts bestand die Möglichkeit das Geschlecht offenzulassen, wenn bei Babys das Geschlecht nicht eindeutig zuzuordnen war.

In den vergangenen 12 Monaten haben insgesamt 31 Menschen in Hamburg ihr Geschlecht ändern lassen. In den meisten Fällen waren es als weiblich registrierte Personen, die ihr Geschlecht in männlich ändern ließen.

lzu/dpa
Titelfoto: Tobias Zuttmann

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