In dem Film „Darkroom – Tödliche Tropfen“ erzählt Regisseur Rosa von Praunheim die wahren Geschichte eines homosexuellen Serienmörders, der im Frühjahr 2012 in Berlin drei Männer tötete.

Lars Schmieg (Bozidar Kocevski) liegt auf dem roten Fliesenboden, neben ihm der nackte, leblose Körper eines toten Mannes. Mit der Hand streichelt Lars sanft den Hintern des Toten.

In seinem Film „Darkroom – Tödliche Tropfen“ verbindet Regisseur Rosa von Praunheim Elemente eines Psychothrillers mit Elementen eines Dokumentarfilms. In Interviewsequenzen kommen die Angehörigen von Lars‘ Opfern zu Wort. Der Freund des toten Mannes auf dem Fliesenboden etwa, der über seinen Verlust und die Einsamkeit danach spricht.

Die Mordserie des angehenden Grundschullehrers wird im Film detailliert geschildert. Lars bringt mehrere Männer mit einer Überdosis K.-o.-Tropfen um. Zwischendurch erscheint immer wieder seine Zelle auf der Leinwand. Dort liegt Lars, nachdem er verhaftet wurde, auf einem Krankenhausbett. Er ist am ganzen Körper mit weißen Gurten fixiert, kann sich kaum bewegen.

Der Mann mit den zwei Gesichtern

Vor seiner Verhaftung führte Lars ein Doppelleben. Die zwei Gesichter seines Charakters verkörpert Schauspieler Bozidar Kocevski auf authentische Weise: Wenn Lars mordet oder im Gerichtssaal seine Taten als eine Art Versehen bezeichnet, ist er eiskalt und gefühlsarm. Seinem Partner Roland (Heiner Bomhard) gegenüber verhält er sich dagegen liebevoll und einfühlsam.

Der Regisseur des Films, Rosa von Praunheim, gründete mit seinem Dokumentarfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ im Jahr 1971 die politische Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland mit. Seitdem ist er Aktivist der LGBTQ-Bewegung.

„Darkroom“ ist von Praunheims neuester Film. Als Inspiration diente ihm die wahre Geschichte von Dirk P. Der damals 38 Jahre alte P. brachte im Frühjahr 2012 in Berlin drei Männer mit Liquid Ecstasy um. Der Film ist keine Eins-zu-Eins-Umsetzung der Realität, doch orientiert er sich „so nah wie möglich“, so von Praunheim, an P.’s Taten.

„Darkroom – Tödliche Tropfen“ läuft am 30. Januar 2020 in den Kinos an. Im vergangenen Herbst wurde er auf dem Filmfest Hamburg 2019 und auf dem Queer Filmfest Hamburg 2019 gezeigt.

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Für Tobias Bug, Jahrgang 1993, kann ein Fußballspiel nur dann ein Erfolg werden, wenn er den linken Schuh zuerst anzieht. Seinen eher unsportlichen Bachelorabschluss hat er an der TU München in Wirtschafsingenieurwesen gemacht. Nicht nur den ersten akademischen Erfolg verbindet er mit der bayerischen Hauptstadt: Beim Oktoberfest wurde er unschuldig für drei Stunden in Haft genommen. Journalistisch hat Tobias unter anderem bei der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ im Politik- und im Wirtschaftsressort gearbeitet. Beim Reisen lässt er sich gerne die Geschichten anderer Menschen erzählen, in Norwegen hat er eineinhalb Jahre gelebt. Am glücklichsten ist er, wenn er schreibt oder am DJ-Pult House auflegt. (tob)